Linux statt Windows für's Büro

Kritik an Linux, von einem Freund

Liebe Linux-Entwickler

Nach 20 Jahren Windows, und in der Hoffnung bei Linux hätte sich in der Zwischenzeit was getan, habe ich auf meinen PC "auch" Linux Mint installiert. "Auch" heisst, dass Windows immer noch vorhanden ist.



Frisch pensioniert und als ehemaliger Abteilungsleiter einer Sozialversicherung heisst mein höchstes Motto "Ordnung muss sein".

Ordnung heisst bei mir:
- Eine voll funktionierende Schreibmaschine.
- Ein voll funktionierendes Schreibtisch.
- Ein drehbarer Bürostuhl.
- Sauber angeordnete und beschriebene Aktenschränke.

Nun, eine ausgezeichnete Schreibmaschine habe ich mit Libre erhalten. Sehr gut. Auf dem Bürostuhl sitze ich gerade. Der Rest ist aber UNBRAUCHBAR.

Beim Desktop von Linux Mint habe ich praktisch null Funktionen. Die rechte Mausetaste bringt gerade noch Copy zustanden und keine Verweise. Mit der Linken Mausetaste geht gerade noch Ordner verschieben. An sich lächerlich. Wenn ich dann die Ordner zurück verschiebe, dann laufe ich Gefahr, dass sie am falschen Ort gespeichert werden, da die Fenster des Dateimanager von Linux nicht genug Grafikfähig ist.

Ein Aktenschrank (Partition) müsste heissen "Kundenkartei". Die Schubladen müssten heissen "Pharma", "Technik", "Verträge" usw. Die Ordner darin hätten dann die exakten Kundennamen. Die Partition müsste man dann sehr einfach duplizieren können, damit ich auf Reisen gehen kann und die darin enthaltene Kundendaten und Wörterbücher in einem Stick speichern und um den Hals hängen kann. Die Dateien müssten dann von allen Systemen lesbar sein, Windows, Linux und Apple.

Aber NEIN, die Aktenschränke heissen jetzt auf verwirrende Weise /var, /bin, /etc usw. Eines davon hat sogar meinen eigenen Namen "piero" und darin soll ich die Kundenkarten stecken! Unmöglich! Sowas hätte ich meinen früheren Untergebenen niemals präsentieren können. Sie hätten mich ausgelacht.

Wenn ich dann mit Thunderbird auf die Dateien auf einer NTFS-Partition zugreifen will, dann muss ich zuerst den Dateimanager öffnen und die besagte Partition ebenfalls anklicken. Erst dann kann ich Thunderbird sauber öffnen.

In der FB-Gruppe "Linux statt Windows" wurde mir gesagt, dass ich (um automounten) die "fstab" Datei ergänzen muss. Aber ich "muss" nur sterben. Soll ich denn als Büroangestellter noch in den Setup-Dateien von Linux herumfummeln? Um Gottes Willen!

An diesem Punkt angelangt muss ich mich Fragen:
Für was hat man Linux entwickelt?

  • Für die Server? JA, ausgezeichnet.
  • Für die Entwickler (Programmierer) selbst? JA, ausgezeichnet.
  • Als Windowsersatz? NEIN, durchgefallen!
  • Liebe Linux-Entwickler: Sagt lieber nicht "Linux statt Windows", denn sonst müsst ihr noch einmal über die Bücher und ein voll funktionierendes Schreibtisch liefern und die Aktenschränke sauber beschreiben. Den Dateiwirrwarr könnt ihr mir nicht schmackhaft machen. Der Schreibtisch muss voll funktionstüchtig sein und das Automounten aller Partitionen muss bereits bei der Installation voll automatisch eingebunden werden.

    Oder muss ich einen Linux-Spezialisten herbeiziehen? Dann aber wäre Linux nicht mehr kostenlos.

    Bitte, nimmt mir meine Kritik nicht übel, sondern zu Herzen.

    Herzlichst Euer
    Piero